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Kata

Der Begriff Kata bedeutet in den japanischen Kampfkünsten Form oder Gestalt und beschreibt eine genau festgelegte Reihenfolge von Techniken, einschließlich Bewegungs-richtungen und deren Ausführung. Alle Kata enthalten verschlüsselt Prinzipien und Taktiken des Kampfes, sowie Abwehr- und Angriffsformen.

Schon seit früher Zeit kennt man drei Arten der Kata:
1.Rinto Kata – zur Übung für den Kampf
2.Hyoen Kata – Kata zur Vorführung
3.Rentan Kata – zur Übung der Energie (Qi, jap.: Ki)
Heutzutage werden in der regel alle drei Prinzipien vereint in der Kata geübt.

Bis ca. 1930 wurde auf Okinawa und in Japan ausschließlich Kata geübt. Allen Kata liegen verschiedene Kampfprinzipien und -systeme zugrunde. Wurde doch früher durch die Kata das Kampfsystem von Meister zu Schüler weitergegeben.

Von China nach Okinawa
Die Entstehung des Karate ist weitgehend mit der Einführung der chinesischen Dao (Kata) auf Okinawa identisch. Der Ursprung der Kata liegt in China. Im Zuge des gegenseitigen Kulturaustausches zwischen China und Okinawa im Mittelalter gelangte die chinesische Dao (Kata) aus dem dort ansässigen Quan-Fa nach Okinawa. Dort beeinflusste sie das seit langem bestehende Selbstverteidigungssystem, genannt Tode, nachhaltig. Der Einfluss war so groß, dass daraus eine neue Kampfkunst, Okinawa-Te, entstand. Dieses Kampfsystem, aus welchem später das Karate hervorging, hat somit seine Ursprünge gleichermaßen im chinesischen Quan-Fa wie auch im Okinawanischen Tode. Aber die Entwicklung zur Kampfkunst basiert unbestritten aus dem chinesischen Quan-Fa.

Veränderungen auf Okinawa
Die chinesische Kata wurde auf Okinawa den kämpferischen Ansichten der dortigen Meister angepasst. Jedoch konnten diese Meister die feine chinesische Form nicht verstehen, da ihnen das Hintergrundwissen aus den chinesischen Künsten sowie der buddhistischen oder daoistischen Philosophie und der Vitalpunktlehre fehlte. Alle Bewegungen, die nicht in ihre Art des Kämpfens passten oder die sie nicht verstanden, wurden verändert und dem Tode angepasst. Chinesische Dao haben teilweise 150-200 Bewegungen. Da der größere körperliche Einsatz  des Tode solch lange Technikabfolgen nicht erlaubte wurden viele Kata gekürzt oder in mehrere Teile zerlegt. Ein klassisches Beispiel dafür sind die 3 Tekki Kata des Shotokan-Stils, die aus einer Form, der Naihanchi, entstanden. Ebenfalls wurden die Namen der Kata verändert.
Um ihre Kunst zu verbessern gingen manche Tode-Meister bei den Chinesen in die Lehre und lernten so die Geheimnisse von der Basis auf. Andere Meister behielten die praxisbezogene Auffassung des Tode bei und entwickelten auf Grund mancher kämpferischen Beispiele aus den chinesischen Dao, neue Methoden. Diese Kombination führte zum Aufkommen ganz neuer Formen. Auch die chinesische Gewohnheit die Bewegungen zu verschlüsseln,

damit keine Uneingeweihten den Kampfstil verstehen konnten, wurde auf Okinawa übernommen. So war es einem Laien nicht möglich, die Kata zu entschlüsseln, auch wenn er ihre rein technische Form gelernt hatte. Dazu benötigte er die Hilfe eines Meisters. 1907 wurden die 5 Pinan- (Heian-) Kata im allgemeinen Schulunterricht Okinawas eingeführt. Damit war der Grundstein zur Verbreitung des Okinawa-Te gelegt, da vorher nur vom Meister ausgewählte Personen unterrichtet wurden.

Von Okinawa nach Japan
1915 kam der erste Meister des Okinawanischen Karate nach Japan um es dort vorzustellen. Nachdem mehrere Okinawaer folgten und auch zahlreiche Herausforderer aus dem in Japan ansässigen Bujutsu und Boxen besiegten, wurde Okinawa-Te schon durch die Presse bekannt bevor es unterrichtet wurde.
1921 ging auch Gichin Funakoshi, der Gründer des Shotokan-Ryu nach Japan und blieb dort bis zu seinem Lebensende. Hier setzte sich seine Idee des Karate durch, und dies führte, mit Unterstützung anderer Meister, zur Aufnahme im Butokukai (die Organisation, in der alle japanischen Kampfkünste vereinigt waren). Dafür mussten alle Bezeichnungen dem japanischen angepasst werden. Auch hier wurden teilweise wieder die Namen der Kata geändert, was auch den Umstand erklärt, dass manche Kata unter 3 Namen bekannt sind wie z.B. chin. Kushanku; okinaw. Kosukun; jap. Kanku.
In der Mitte der 50er Jahre wurde zu den ursprünglichen Gedanken, Gesundheit bzw. Selbstverteidigung, noch ein 3. Aspekt, der Wettkampf, dem Karate zugefügt. Durch diese  neue Zielgebung veränderten sich die Ausführungen mancher Techniken und auch einiger Kata erheblich. Danach wurden zahlreiche, im Wettkampf erfolgreiche Karateka (Kase Taiji, Enoeda Keinosuke, Kanazawa Hirokazu, Shirai Hiroshi u.a.) in alle Welt gesandt, um das Karate zu verbreiten.
Mit dem Aufkommen des Wettkampfes im Karate wurden auch die Inhalte der Kata verändert. Der Selbstverteidigungsaspekt wurde vernachlässigt und die Kata und somit auch das Karate erhielten, durch den Wettkampf einen sportlichen Charakter.
Demgegenüber lehnen bis heute einige traditionellen Schulen auf Okinawa den Wettkampf im Karate ab und konzentrieren sich hauptsächlich auf die Übung der Gesundheit und der Selbstverteidigung.

Gründung von Stilrichtungen
Mit der Zeit wurden die alten Kata geändert und in verschiedene Varianten und Interpretationen geteilt. Durch die Zusammenfassung mancher Kata in Gruppen kam es zur Gründung von Stilen. Die Kata, welche in den heutigen Stilen geübt werden, sind überwiegend Ableitungen und Weiterentwicklungen der alten Kata. Es gibt auch neu kreierte Formen, die allerdings auch von den alten Überlieferungen abstammen (Heian/Pinan). Das Kampfverhalten eines Stils ist in seinen Kata enthalten. Zum besseren Verständnis werden diese aufgetrennt und in Einzelteilen geübt. Daraus entstanden das Kihon und das Kumite. Werden einzelne Katateile getrennt und analysiert spricht man allgemein von Bunkai. Die Anwendung der Techniken der Kata am Partner nennt man Oyo (jap.: ausüben, anwenden).

© 1. JJJKC Hassloch e.V. 2006 | Letzte Aktualisierung: 04/11/06 15:18
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